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Rotte rollt – von Tom Rottenberg
Fr | 10. Jun 2022

Velominati. The Rules. Regel Nummer 33: “Shave your guns.“ Falls das nicht klar genug ist, hier der Nachsatz: „Legs are to be carefully shaved at all times.“ Wieso? Weil. Und aus. Manchmal (etwa bei No 37: Brillenbügel über dem Helmgurt) wird aber doch erklärt: „This is for various reasons that may or may not matter; it’s just the way it is.“ Womit auch die Diskussion um die Rennrad-Beinrasur schlüssig zu Ende geführt wäre: Weil. Punkt.

Natürlich haben die Velominati recht. Weil sie schon deshalb recht haben, weil sie die Velominati sind. Rechthaben macht sie aus: Die Velominati sind Hüter, Bewahrer und Definierer von allem, was am Rad gut und richtig ist: „Keepers of the Cog“ nennt man sie. Ihre Gebote, die der Welt die Welt erklären, sind schlicht „The Rules“.  

Leb damit! Dogmen zu hinterfragen ist Ketzerei. Häresie. Lästert wider Glaube, Kult und Religion. Und wer je tiefer als zehennagelspitzentief ins Rennradfahren eingetaucht ist, weiß – spürt, atmet, lebt – , dass nicht nur der Sport, das Fahren und das Gerät, sondern vor allem der Mythos an sich heilig ist.

Natürlich gibt es Erklärungsmodelle. Oder -ansätze. Den vom Luftwiderstand der behaarten Wade etwa. Irgendwann hat mir das jemand vorgerechnet: Auf der Ironmandistanz (180 km - obwohl die Velominati zu Triathlon einiges zu sagen haben …) würden diese zwei Watt fast vier Minuten bedeuten. Vier Minuten! Wow. Ich bin beim IM knapp 12 Stunden unterwegs – da zählen vier Minuten!

Oder aber: Für den Masseur ist haarlos angenehmer. Haptisch und hygienisch. Gut so!

Wichtig! Schließlich werde ich vor und nach jeder Fahrt professionell durchgeknetet. Mein Masseur ist immer auf Standby. So wie meine Physios, dem Ernährungs- und dem Mental-Team – und meine Mechaniker. Gell?

Und da wäre auch noch die Sache mit dem Schmutz. Der haftet nach Stürzen auch an den Haaren. Und sorgt beim Weiterfahren mit Asphaltausschlag für Entzündungen … Jo eh: Wenn es mich so aufhaut, dass das halbe Bein offen blutet, fahre ich die Etappe zu Ende. Voll. Erst danach suche ich kompetente medizinische Hilfe. Du etwa nicht?

Trotzdem rasiere ich meine Beine. Nicht, weil ich einfach dazugehören will. Sondern mit Gründen. Guten Gründen: Ich brauche sogar bei Vollmond Sonnenschutzfaktor 50. Mindestens. Aber Haare fressen Sonnencreme, saugen sie auf: Unrasiert brauche ich drei-, viermal so viel. 

Das verstehst Du. Das versteht jeder. Oder? Schließlich bin ich ein kritisch und selbständig denkender Erwachsener: Nur weil man etwas angeblich so macht, nur weil irgendwer irgendwas zur Regel erkoren hat, mache ich es noch lange nicht. Schon gar nicht, wenn die einzige Erklärung „This is for various reasons that may or may not matter: It’s just the way it is" lautet.

Du auch nicht. Oder etwa doch?

Tom Rottenberg – Rotte – rennt und rollt, wenn er nicht als freier Journalist und PR-Berater arbeitet und sich Gedanken übers Rennen und Rollen, sprich Radfahren, macht.

N+1 – von Kurt Stefan
Fr | 10. Jun 2022

Es ist wohl der Klassiker unter den Gravel Bikes, das OPEN U.P. - Unbeaten Path - aber aktuell wie eh und je. Und - je nach Aufbau - so universell einsetzbar: Von Straßenrad über Allroad Bike bis reinem Gravelbike. Dieser fröhliche Laubfrosch - wie schön war es, den in diesem trüben Februar-, Märzwochen des heurigen Jahres zu bauen - ist dank Rene Herse-Reifen ein vollwertiges Gravelbike mit sehr guten Allroadeigenschaften. Eierlegende Wollmilchsau? Naja, nicht ganz. Wir haben noch keine Eier gefunden!

Rahmensatz: OPEN U.P. Carbon, 1040g (in M) mit
 OPEN U-Turn Gabel, optimiert für adapterlose Aufnahme der Disc Bremssättel, 390g,
Max. Reifenbreite: 40mm

Gruppe: Campagnolo EKAR 1x13, Kassette 9 - 42Z
Kurbel: Campagnolo EKAR 40Z
Bremsen: Campagnolo EKAR hydraulic Disc
Tretlager: Campagnolo EKAR Pro-Tech

LaufräderVONHAND mit ENVE G23 Carbon-Felgen und Carbon-Ti Naben

ReifenRene Herse Bon Jon 700C x 35

CockpitENVE AR Lenker mit ENVE Vorbau und Sattelstütze

SattelgebioMized 

Zu Gast im Salon – von Kurt Stefan
Fr | 27. Mai 2022

Alba Optics, die kleine feine Brillenmarke aus Mailand, schickt ihren treuesten Mitarbeiter, Orso, der Bär, um die halbe Welt, um uns von ihren Brillen zu erzählen. Und mit uns Rad zu fahren. Am 19. Juni ist er in Wien!

In Jakarta, Taipeh und Amsterdam war Orso schon, nach Paris und Girona fährt er heuer noch. Aber jetzt kommt er einmal nach Wien. Um mit uns eine Schotterrunde zu drehen. Wir reiten am Sonntag, den 19. Juni ab 09:00 Uhr durch die Prärie im Süden von Wien, über herrliche breite Schotterpisten, vorbei an blühenden Hecken, entlang kleiner Bäche und durch verträumte Orte. Ohne große Anstiege, ohne technische Herausforderung. Alle Details inklusive Anmeldung findest du in unserem Strava Club.

Da Orso selbst am Rad nicht ganz so behände ist, bringt er Freunde mit. Z.B. Luca Di Maggio and Federico Damiani von Enough Cycling. Und für jeden Teilnehmer ein kleines Goody Bag, das nach der Ausfahrt bei uns in der VELETAGE zur Abholung bereit liegt.

Und eine Bitte hat er auch an uns. Alba Optics unterstützt dieses Jahr das Projekt Africathletics, das jungen Menschen in Malawi über den Sport Bildung und eine Perspektive bieten will. Ob wir uns da nicht beteiligen könnten? Wir haben spontan zugesagt und werden für jede Alba Optics Brille, die ab sofort bis 19. Juni bei uns verkauft wird, 20€ an Africathletics spenden. Wer aktuell keine neue Brille braucht oder darüber hinaus etwas für dieses Projekt tun will - we sagt Josh so schön: "Don't be shy!"

Wir freuen uns, wenn du dich am 19. Juni dieser Schotterpartie anschließt! Übrigens: Zum Hinunterspülen des Staubs danach haben wir Bier eingekühlt.

Neu im Salon – von Kurt Stefan
Fr | 27. Mai 2022

Zuerst hat das Gravel Bike die Fahrradwelt auf den Kopf gestellt: Statt Asphaltschneider 40mm breite Reifen, statt mit Federgabel mit Rennlenker ins Gelände. Und jetzt macht die Bekleidung da weiter: Statt Lycra Jerseys bunte Hemden, lose Hosen statt Laser-cut Bibs. Jacken, mit denen man auch im Alltag nicht deplaziert wirkt. Und trotzdem ermöglicht diese Bekleidung dank der hochwertigen Materialien hochsportliches Radfahren. Vielleicht mit etwas weniger Verbissenheit und Ernsthaftigkeit. Vielleicht etwas mehr Fahret Schön als Fahret Schnell. Aber immer noch Schön Schnell!

Laureline Gravelhemd
€135,00

Laureline Gravelhemd
€200,00

Northwoods Windshell
€160,00

Laureline Gravelhemd
€135,00

Laureline Gravelhemd
€270,00

Northwoods Windshell
€160,00

Rotte rollt – von Tom Rottenberg
Fr | 13. Mai 2022

In den letzten beiden Jahren wurden wir auf die Wichtigkeit des Abstandhaltens eindrücklich hingewiesen: An der Supermarktkassa, im Wartezimmer, selbst auf der berühmten Parkbank. Im Straßenverkehr soll es jetzt bald auch klare Regeln geben, wenn sich Auto- und Fahrradfahrer begegnen: 1,5m Abstand im Ortsgebiet, 2m auf Landstraßen. Sorgt schon für Aufregung, selbst in Qualitätsmedien. Ob es daran liegt, dass so mancher Mann auch fünf Zentimeter für 30 hält?

Wenn dieser Text erscheint, bin ich gerade aus Italien zurück. Und träume von einer Woche Rennradfahren in Cesenatico. Von Fahrten nach San Marino, über einige der „Nove Colli“, Touren zwischen Cesena und Rimini. Nicht nur wegen Landschaften, Klima und Kaffee, sondern auch der Art und Weise, wie man hier am Rad respektiert und behandelt wird.

Ja eh: Auch in Italien kann man Pech haben. Auch dort wären mir seitliche Sicherheitsabstände, wie sie in Deutschland bereits im Gesetz stehen und in Österreich nun - hoffentlich - endlich kommen, mehr als recht.

Nur sind Gesetze nur so gut, wie sie kontrolliert, durchgesetzt und – Menschen sind halt so – wohl nur deshalb befolgt werden. Doch Wortmeldungen aus dem organisierten Autolobby-Bereich machen mich, höflich formuliert, skeptisch: Wenn Verkehrsjuristen und Verkehrssprecher jammern, dass durch verpflichtende 1,50 Meter das Rad-Überholen im Gegenverkehr oder im Ortsgebiet, „mühsam bis unmöglich wird, weil man da ja einen kompletten Spurwechsel machen müsste“, ist das kein Kommentar zu geplanten Gesetzesänderungen, sondern ein Geständnis. Ein Geständnis, dass und wie seit Jahrzehnten geltendes Recht ignoriert wird. Auch von der Behörde. Denn streng genommen

meldet sich jeder, der derlei öffentlich sagt, zur Führerscheinabgabe oder zumindest -nachschulung an: Für das Überholen von Radfahrern sind schon bisher „ausreichende“ Seitenabstände vorgeschrieben. Wie die zu errechnen sind, ist Stoff der Führerscheinprüfung.

Könnte es ohne diese gesetzliche Regelung gehen? Nur, wenn wie in Italien das Antippen der Hupe nicht „Schleich di’, O….“ sondern „Ich hab’ Dich gesehen - erschrick nicht,“ bedeutet. Wenn Gewissheit herrscht, dass niemand den Aschenbecher exakt vor meinem Kopf aus dem Fenster kippt, beim Überholvorgang die Scheibenwaschanlage anwirft, eine Vollbremsung mit Rechtsschwenk einleitet oder versucht, die Fliegen von der Außenkante seines rechten Rückspiels an meiner Hose abzuwischen. Wenn kein Auto quer durch eine Gruppe oder unmittelbar vor einem einzelnen Radfahrer rechts abbiegt. Wenn solche Straf-, Zorn-, Frust- oder Belehrungsmanöver, die für Radfahrer leicht tödlich enden können, aufhören, dann braucht es diese Gesetzesnovelle nicht mehr.

Aber bis dieses Verhalten aus der DNA der österreichischen Autofahrer herausgelehrt, -kontrolliert und, leider wohl auch, -gestraft sein wird, werden Jahre, Jahrzehnte, vergehen.

Und nur ein Schelm würde an dieser Stelle noch anmerken, dass das Problem vielleicht ja einfach männlich ist – weil wir fünf Zentimeter ja oft auch für 30 halten...

Tom Rottenberg – Rotte – rennt und rollt, wenn er nicht als freier Journalist und PR-Berater arbeitet und sich Gedanken übers Rennen und Rollen, sprich Radfahren, macht.

Neu im Salon – von Kurt Stefan
Fr | 13. Mai 2022

Jedes Jahr stellt Karl-Oskar Olsen, der Designer und Mit-Gründer von Pas Normal Studios, "seine" eigene Kollektion vor. Für die gibt es kein Briefing, keine Vorgabe, es gilt nur seine Inspiration. 2022 kommt sie von einem fiktiven Pro Tour-Team, nennen wir es nach dem Hauptsponsor PAS, unterstützt von den Co-Sponsoren PNS und T.K.O, ausgestattet von Pas Normal Studios. ;-)
Natürlich greift Karl auf die bewährten Styles der Mechanism-Kollektion zurück und rundet sie mit Accessories wie Socken, Kappe und Bidon ab.
Kein Replica-Kit und trotzdem Race-Style. Mit unseren Worten: Schön Schnell!

Women's T.K.O. Jersey
€200,00

Men's T.K.O. Jersey
€200,00

Men's T.K.O. Jersey
€200,00

Women's T.K.O. Bib
€270,00

Men's T.K.O. Bib
€270,00

Women's T.K.O. Bib
€270,00

N+1 – von Kurt Stefan
Fr | 29. Apr 2022

"Ich will alles! Und das sofort!" Wenn vor allem der erste Teil dieses Ausspruchs dich näher beschreibt, dann solltest du unbedingt weiterlesen.

Denn nur selten gelingt es, alle wesentlichen Eigenschaften eines Rennrads in einem Produkt abzubilden. Das Ostro VAM ist leicht, um damit Bergettapen zu gewinnen - keine 800g in Größe 54 im Flicker-Design. Das Ostro VAM ist steif und schnell um Sprintankünfte für sich zu entscheiden. Das Ostro VAM bietet dank bis zu 32mm breiten Reifen auch bei den härtesten Frühlingsklassikern keine Ausreden. Mit dem "Und das sofort!" könnte es schwieriger werden, bauen wir doch das Rad weitgehend nach deinen Wünschen VONHAND. Aber Grand Tour Sieger werden ja auch nicht über Nacht gemacht!

Rahmensatz: Flat-mount Carbon Rahmen mit 12x142mm Steckachse, Interne Kabelführung nur für elektrische Schaltung, max. Reifenbreite 32mm,
Gabel: Wide Stance Disc Fork (flat mount) für 12x100mm Steckachse

Gruppe: SRAM Red AXS 2x12, Kassette 10 - 33Z mit CeramicSpeed OSPW-System 
Kurbel: ROTOR 2InPower 2x12, 48|35Z ovale Kettenblätter
Bremsen: SRAM Red AXS hydraulic Disc
Tretlager: CeramicSpeed

Cockpit: Integrierteres Cockpit und Sattelstütze von Black Inc.

Laufräder: VONHAND mit ENVE 3.4 Carbon-Felgen und Chris King-Naben

Reifen: ENVE SES (wahlweise tubeless oder mit Schlauch)

Sattel: gebioMized

Rotte rollt – von Tom Rottenberg
Fr | 15. Apr 2022

Immer noch: Lieferkettenprobleme und Versorgungsengpässe bei Fahrrädern. Eine gute Metapher, um die Komplexität der globalen Wirtschaft aufzuzeigen.

Erinnert sich noch jemand an die „Ever Given“? Ja genau, jenes Containerschiff, das vorigen März im Suezkanal feststeckte - und dieses Nadelöhr der internationalen Handelswege sechs Tage blockierte.

Neben dem 400 Meter langen Riesenfrachter, dessen Bug sich in die Uferböschung gegraben hatte, brannte sich da noch ein Bild in das globale Bewusstsein ein: Die Ever Given zeigte, wie verletzlich Lieferketten sind. Wie rasch alles steht, wenn da ein Glied reißt, ein Rädchen blockiert. Und wie sehr das jede und jeden trifft.

Was das mit Radfahren zu tun hat? Viel. Nicht nur wegen jenes Memes, bei dem ein Pfeil auf einen Container des Frachters zeigte: „Deine Schaltgruppe ist genau hier.“ Der Witz war keiner: Die (angeblich) auf der Ever Given liegenden Schaltgruppen – und damit das Rad an sich – wurden zum Erklärmodell für globale Lieferketten.

Geschichten von Fahrradhändlern, die Kunden im Sommer 2021 auf Liefertermine im Herbst einschworen „aber: Herbst 2022“, fanden sich alsbald in vielen Medien. Klagelieder von nicht lieferbaren Ketten oder Bremsbelägen ebenso. Wer ein Kinderrad einer angesagten Marke sucht, zahlt für Gebrauchtbikes oft immer noch mehr, als für Neuware – die es eh kaum gibt.

An der Ever Given liegt das natürlich nicht: Vor der Havarie kam Corona. In den Lockdowns entdeckten Städterinnen und Städter das Fahrrad. Doch schon in den Jahren zuvor war der Bike-Boom im „Mainstream“ angekommen. Die Klimakrise und der Dauerstau im Stadtverkehr, aber auch der Mega-Hype um E-Bikes hatten das Fahrrad zum Sehnsuchtsobjekt aller Mobilität gemacht: Der Absatz stieg mancherorts um bis zu 40% an – und das über drei, vier Jahre hinweg. Der Handel tat, was logisch war: Er orderte vor Saisonbeginn mehr und mehr Räder bei den Herstellern – und die fuhren die Produktion hoch.

Dann kam Corona: Während in Europa noch mehr Menschen aufs Rad wollten, mussten in Fernost große Werke in den Lockdown. Aber auch wenn nur ein Kleinteil fehlte, stand alles. Ein Beispiel? Im Frühsommer 2020, der für Indoor-Fahrräder eigentlich toten Saison, wurden in Europa mehr „Smart Trainer“ bestellt als sonst das Jahr über weltweit. Smarttrainer haben einen Chip. Der ist meist ident mit dem bekannter Smartphone. Die wenigen Werke, die ihn produzieren, waren mit der Handychipherstellung aber bis Jahresende voll ausgelastet.

Ähnliche Geschichten lassen sich für fast alle Bike-Teile erzählen: Ketten, Bremsen, Reifen – sogar Speichen. Die Produktion war überall längst am Anschlag. Doch die Nachfrage stieg bei „normalen“ Bikes exorbitant und explodierte bei den E-Rädern – und im Lockdown fehlte dann eine Kleinigkeit – oder man musste zusperren.

Der nächste Schritt war klar: Ein seriöser Hersteller, der sieht, dass er heuer nicht liefern kann, reduziert die bespielbaren Mengen für das Folgejahr. Manche Händler konnten plötzlich nur ein Drittel ihrer Vor-Corona-Ordervolumina vorbestellen. Gleichzeitig rannten ihnen die Kunden die Bude ein …

Wieso das bei Fahrrädern so viel sichtbarer ist als – zum Beispiel – bei Autos? Weil der Automarkt bestenfalls stagniert. Der Radmarkt ist explodiert. Und viel kleinteiliger. Beispiel Marktführer Specialized versus Volkswagen. Fragen? Außerdem sind Autokäufer Wartezeiten bei Sonderwünschen schon lange gewohnt.

Wie es nun weiter geht? Es wird besser. 2023.  Wenn nicht ein neuer Lockdown oder, so wie jetzt, ein Krieg auch alle friedlichen globalen Wirtschaftszusammenhänge weiter massiv in Mitleidenschaft zieht.

Am wenigsten betroffen ist von Wartezeiten und Engpässen übrigens, wer sich für Nischenmarken aus kleinen Läden statt Mega-Ketten interessiert: Kleine Manufakturen können flexibel und kurzfristig, fast auf Zuruf, bauen und liefern. Riesenwerke mit tausenden Mitarbeitern dagegen müssen Logistik, Produktion und Ressourcenmanagement lang- und längerfristig planen. Das macht unbeweglich: Da genügt oft eine Kleinigkeit – und alles steht. Mit einem Rattenschwanz an Folgeproblemen.

So wie bei der Ever Given.

Tom Rottenberg – Rotte – rennt und rollt, wenn er nicht als freier Journalist und PR-Berater arbeitet und sich Gedanken übers Rennen und Rollen, sprich Radfahren, macht.

Literadurtipp – von Kurt Stefan
Fr | 15. Apr 2022

Revolutions

von Hannah Ross

Wie Frauen auf dem Fahrrad die Welt veränderten
- ein Literadurtipp

In REVOLUTIONS erzählt Hannah Ross die Geschichte des Fahrrads aus weiblicher Perspektive. Sie führt uns von den Anfängen des Radfahrens im 19. Jahrhundert, als Frauen unglaubliche Widerstände überwinden mussten, bis in die Gegenwart und rund um die Welt, von Europa und den USA bis in den Nahen Osten, nach Indien und Australien, erzählt die inspirierenden Lebensgeschichten vieler außergewöhnlicher Rad-Pionierinnen, Rennfahrerinnen, Feministinnen und Abenteurerinnen.

Wir finden, eine sehr interessante Lektüre, wenn uns über Ostern in Wien der kalte Nordwind um die Ohren pfeifen wird. Und vielleicht Inspiration, sich trotzdem aufs Fahrrad zu setzen.

Neu im Salon – von Kurt Stefan
Fr | 15. Apr 2022

Zu den von Tom erwähnten klein(er)en Herstellern gehört zweifelsohne auch 3T.

Aktuell haben wir die beiden Bestseller EXPLORO Race und EXPLORO Max lagernd. Lasst euch von den Fotos inspirieren! Selbst einen ersten Rahmensatz des letzte Woche vorgestellten EXPLORO Ultra haben wir bereits bekommen. Und auch die entsprechenden Komponenten, um euch ein Wunschbike aufzubauen. Also: Kommet Schön Schnell!

EXPLORO Max Eagle AXS 
€6.399,00

EXPLORO Race Force AXS 2x
€6.499,00

Rotte rollt – von Tom Rottenberg
Fr | 18. Mär 2022

ROTTE ROLLT
– EINE ANKÜNDIGUNG

VON TOM ROTTENBERG

Natürlich können wir jetzt darüber diskutieren, ob die Welt eine weitere Radkolumne braucht. Nicht nur, weil es davon eine Menge gibt, sondern auch, weil es wenige Lebensbereiche des Alltages gibt, in denen das Gut-Böse-Gefüge schon jetzt klarer strukturiert ist als im Straßen­verkehr. Kaum sonst wo definiert der Standort den Standpunkt augenscheinlicher als in Mobilitätsfragen: Idioten, Schuld und „der Stau“ sind immer die anderen.

Die Frage ist immer die gleiche: Wen will man erreichen – und mit wem redet man tatsächlich? Auch wenn Sie jetzt nicken und sagen, dass es eine Binsenweisheit der - jeder! – Kommunikation sei, zu wissen, mit wem man wie spricht, heißt das keineswegs, dass das in der Praxis beherzigt wird. Nein, auch nicht in der professionellen.

Radkolumnen, aber auch Rad-Foren, eignen sich hervorragend zur Polarisierung und zum Einbetonieren eigener Position. Hier kann man vor und mit Verbündeten polemisieren. Aber auch der „Feind“ weiß, dass man genau hier die beste „Munition" findet. Wo sonst lässt sich jedes (Vor)urteil, jedes Klischee, treffsicher bestätigen?

Braucht es da also eine weitere Radkolumne, noch eine Plattform? Wir meinen: Ja. Nicht zuletzt, um zu betonen, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist. Um zu sagen, dass Grau- und Zwischentöne wichtig sind. Grelle Farbtupfer. Und mitunter auch Ein- und Widerspruch.

Nicht, weil es nicht wichtig oder gar falsch wäre, auf jenseitige Wegeplanung, gestrige Mobilitäts­politik, veraltete Verkehrskonzepte und groteske (Straßen-)Rechtsnormen hinzuweisen. Sondern weil auch da das „Wie“ zählt. Das Wie, das Narrativ, definiert, wen man erreicht – und wen nicht: In einem positiven Umfeld wie dem von Veletage und Velozette muss auch das Fröhliche, das Schöne und das Lebensbejahende in den Vordergrund gerückt werden.

Darf das Lächeln beim und die Freude am Radfahren nie fehlen. Und soll der Blick auf Lösungen gerichtet sein: Jammern allein bringt niemanden weiter. Holt niemanden aufs Rad. Wird die Welt auch sonst nicht retten.

Weil es am Rad längst weniger Gründe zum Jammern als zum Jubeln gibt – sonst würden wir nämlich alle nicht Radfahren. Egal im Alltag und im Verkehr, in der Freizeit oder mit sportlichem Ehrgeiz. Radfahren ist physikalisch eine Übung, in der es gilt, das Gleichgewicht zu finden und zu halten. Ohne diese Balance wäre einspuriges Vorwärtskommen nicht denkbar.

Tom Rottenberg – Rotte – rennt und rollt, wenn er nicht als freier Journalist und PR-Berater arbeitet und sich Gedanken übers Rennen und Rollen, sprich Radfahren, macht.

Neu im Salon – von Kurt Stefan
Fr | 18. Mär 2022

Suplest

Neu im Salon!

Klein und fein, gegründet von zwei Rennrad-Nerds, noch immer eigentümergeführt, Premiumqualität! Nein, wir reden nicht von uns selbst oder zumindest von unserem Selbstbild. Wir sprechen von SUPLEST, der vielleicht kleinsten Radschuhmarke der Welt, die 2007 von Thomas Gehrig und Daniel Balmer in der Schweiz gegründet wurde. Ihre Schuhe sind aus unserer Sicht mit das Beste, was man an Radschuhen aktuell bekommen kann. Unglaubliche Passform, auch für einen mitteleuropäischen Fuß, sehr steife Sohle, bei den Topmodellen noch mit einer SOLESTAR-Einlegesohle ausgestattet.

Road Pro Edge+ Carbon
€359,00

Salon für Radkultur | Praterstraße 13, A-1020 Wien | salon@veletage.com | www.veletage.com
Di – Fr 11:00 – 18:00 | Sa 10:00 – 17:00